Geschichte
Ich heisse Sikander Butt, geboren in Gujranwala, Pakistan.Seit zwanzig Jahren lebe ich in der Schweiz. Bei einem Besuch in meiner alten Heimat infizierte ich mich mit Hepatitis C.
Das veränderte mein Leben…
Nach Ausbruch der Krankheit verabreichten mir pakistanische Ärzte ohne genaue Abklärung eine Blutkonserve. Erst in der Schweiz wurde Hepatitis C diagnostiziert.
Während einer harten und aufwühlenden sechsmonatigen Therapie verlor ich nicht nur 20kg meines Körpergewichts, mir wurde auch mit Schrecken bewusst, dass ich mit einer Blutspende in Pakistan auch meinen Bruder mit der Krankheit angesteckt hatte.
Bei einem weiteren längeren Aufenthalt in meiner pakistanischen Heimat wurde mir klar, dass meine Geschichte mit Hepatits C kein Einzelfall war. Tausende meiner Landsleute leiden unter katastrophalen Zuständen im Gesundheitswesen. Meine Heimatstadt Gujranwala hat 11 Millionen Einwohner und dennoch gibt es dort kein grosses Spital. Auf dem mühsamen Weg zum nächsten Krankenhaus im 90km entfernten Lahore sterben die Schwerkranken nicht selten. Das alles bewog mich, meine Lebenspläne zu ändern…
In den letzten zwanzig Jahren habe ich in der Schweiz sehr hart gearbeitet. Das Geld erlaubte mir, in Pakistan mit Immobilien zu handeln und dabei hohe Renditen zu erzielen. Im Zentrum von Gujranwala hatte ich ein Gebäude mit der Absicht gekauft, dort ein Einkaufszentrum zu eröffnen. Die pakistanische Habib Bank stand mir dafür als Partnerin zur Seite. Mit diesem Geschäft hätte ich für den Rest meines Lebens finanziell ausgesorgt gehabt. Nun aber fragte ich mich: Haben die Menschen in Pakistan nicht auch das Recht auf würdige ärztliche Hilfe? So änderte ich mein Vorhaben der Eröffnung eines Einkaufzentrums und beschloss, aus meinem Gebäude ein Spital zu machen.
Arme sterben in Pakistan, weil sie kein Geld für eine Therapie haben, weil es ihnen an Schulbildung, Hygiene und einer Krankenversicherung fehlt. Reiche Leute sterben, weil sie keine professionelle Behandlung erhalten und man sie stattdessen finanziell ausbeutet. Daher wurde mir klar, dass ein neues Spital nur mit Schweizerischen Qualitätsstandards Sinn macht, und dass es einen Sozialfond für jene braucht, die sich die ärztliche Versorgung nicht leisten können.
Gleichzeitig möchte ich damit einen Beitrag dazu leisten, dass junge, einheimische Fachkräfte in Pakistan eine sinnvolle Arbeitsstelle finden, denn diese können skandalöserweise kaum Karriere machen. Einige von ihnen habe ich für mein Projekt gewinnen können. Inzwischen gibt es ein lokales Team von vier Ärzten und drei Verwaltungsfachpersonen. In der Schweiz fand ich Menschen die mein Denken nachvollziehen konnten und bereit waren, mit mir zusammen das Projekt in die Tat umzusetzen. Die beiden Teams ergänzen sich gegenseitig und arbeiten eng zusammen.

